Hintergrund: Werbemittel brauchen etwa 2 Sekunden Aufmerksamkeit, um eine Chance zu haben, erinnert zu werden. Dies ist aber nicht in jedem Fall gegeben. Je nach Kanal und Umfeld sind Ads häufig weniger als 2 Sekunden sichtbar. Die Studie zeigt, dass viel Budget in solche Umfelder fließt. Dabei wird zwischen ansprechend gestalteter Werbung und langweiliger Werbung unterschieden. Ansprechend gestaltete Werbung landet mit 75% des Budgets auf den Kanälen TV, CTV und Social Premium. Bei langweiliger Werbung ist es genau umgekehrt: Hier landen 75% des Budgets bei Non Premium Social Media, General Web und Gaming. Kleine Optimierungen im Mediaplan können demnach große Ineffizienzen vermeiden.
Die Folge: Werbung in langweiligen Umfeldern reduziert laut der Studie den langfristigen Gewinn pro eingesetztem Dollar um 14%. In Summe belaufen sich die Kosten durch diese Einbußen auf 198 Mrd. $ pro Jahr. Kampagnen, die nicht in langweiligen Umfeldern laufen, sind effizienter, da bei ihnen diese Verluste nicht anfallen.
Einfluss der Medien: Bei Dull Media unterschreitet ein Großteil der Werbemittel (88%) die kritische Schwelle von 2,5 Sekunden aktiver Aufmerksamkeit, die Bedingung für Werbewirkung ist. Diese Kontakte sind nicht geeignet, Informationen im Gedächtnis zu verankern. Sie können demnach auch keine Wirkung entfalten.
Key Message: Die Studie „The Cost of Dull Media“ von Karen Nelson-Field und Peter Field zeigt, dass die Auswahl der Werbeumfelder in der Mediaplanung eine wichtige Rolle spielt. „Falsche“ Umfelder, also solche, die vom Zuschauer nicht aufmerksam angesehen werden, führen zu Effizienzeinbußen, da dort selbst gut gemachte Werbung nicht im vollen Umfang wirken kann. Die fehlende Aufmerksamkeit erschwert den Aufbau von Markenbekanntheit und Erinnerungseffekten. Diese Auswirkungen sollten bei der Mediaplanung berücksichtigt werden.
Was passiert, wenn man Menschen ihre Lieblingsmarken entzieht und sie durch vermeintlich andere Produkte ersetzt? Das war der Ansatz der englischen TV-Gattungsinitiative thinkbox, um zu untersuchen, welchen Wert Marken im Leben der Menschen haben und wie stark ihr Markenbild durch Werbung geprägt ist. Die Methode ist so einfach wie überzeuend: 1. Identifizierung wichtiger Marken: 16 Teilnehmer führten ein "Life-Logging"-Protokoll, um die für sie wichtigsten Marken in ihrem Alltag zu identifizieren. 2.Markenentzug und Substitution: Den Teilnehmern wurden für eine Woche zwei Lieblingsmarken „entzogen“ und durch neutral verpackte Produkte ersetzt (bei denen es sich jedoch um die gleichen Marken handelte). Die Teilnehmer nahmen aber an, sie würden eine andere Marke testen. 3.Datenerhebung: Die Teilnehmer dokumentierten ihre Erfahrungen während der Woche und wurden vor und nach dem Experiment befragt.
Die Ergebnisse des Experiments korrespondieren sehr gut mir Ergebnissen der Studie zur mentalen Verfügbarkeit: Werbung verknüpft Marken mit Assoziationen und sorgt damit für eine mentale Verfügbarkeit der Marken im Moment der Kaufentscheidung. Fehlen diese Assoziationen, werden Marken als weniger wertig wahrgenommen.
Marken bieten Vertrautheit, Stabilität und Komfort und unterstützen damit die Identitätsbildung.
Menschen entwickeln oft tiefe, persönliche Bindungen zu ihren Lieblingsmarken, die in Familientraditionen und langjährigen Assoziationen verwurzelt sind.
Werbung sorgt dafür, dass Marken bekannt und wiedererkannt werden.
Werbung schafft Relevanz: Werbung hilft, Marken mit neuen Assoziationen zu verknüpfen und damit deren Relevanz zu stärken.
TV-Werbung ist wichtig, um Markenassoziationen zu schaffen, zu vertiefen, zu erhalten und weiterzuentwickeln. Konsistenz ist dabei der Schlüssel.
Vertrauen in das Medium überträgt sich auf Marken: Das Vertrauen, das Menschen in das Fernsehen haben, überträgt sich auf die Marken, die sie im Fernsehen sehen.
Wirtschaftliche Unsicherheit führt dazu, dass Konsumenten bewusster darüber nachdenken, wofür sie ihr Geld ausgeben.
Starke Marken bieten den Konsumenten einen Mehrwert, für den sie bereit sind, mehr zu bezahlen.
Vor rund zwei Jahren hat die Strategieberatung bynd in unserem Auftrag ein umfassendes Sales-Modelling durchgeführt, um die Effizienz und die Effektivität verschiedener Medien zu bewerten. Für insgesamt 450 Kampagnen wurden mittels logistischer Regression die ROI der Medien und darauf basierend Zusatzumsätze und Wirkungsbeiträge ermittelt. Ergebnis: TV liefert hohe (wenngleich nicht die höchsten) ROI. Diese ROI werden aber auf einem sehr hohen Investmentlevel realisiert, sodass sich für TV mit Abstand der höchste Wirkungsbeitrag aller Medien ergibt. Der Wirkungsbeitrag ist dabei der Anteil des jeweiligen Mediums am gesamten durch Medien induzierten Zusatzumsatz (Incremental Return).
Diese Analyse haben wir gemeinsam mit bynd aktualisiert und um 64 neue Kampagnen erweitert. Die Ergebnisse bestätigen eindrucksvoll die bisherigen Befunde: Mit einem ROI von durchschnittlich 4,2 liegt TV-Werbung auf dem zweiten Platz hinter Online und vor anderen klassischen Medien. Da dieser ROI auf deutlich höhere Spendings anzuwenden ist, ergibt sich für TV-Werbung auch ein deutlich höherer Zusatzumsatz. Prozentuiert auf den gesamten Incremental Return entfallen 46 Prozent auf TV. Damit ist knapp die Hälfte des gesamten Werbeeffekts auf Fernsehwerbung zurückzuführen. Auf Rang 2 folgt Online-Werbung.
Diese Ergebnisse stellen einen Durchschnitt aus FMCG- und Non-FMCG-Kampagne dar. Dabei liegen die ROI für Schnelldreher generell auf einem niedrigeren Niveau als die für andere Produktbereiche. Insgesamt sind die Wirkungsbeiträge von TV für FMCG und Non-FMCG gleichermaßen hoch.
Die zeitliche Entwicklung der Wirkungsbeiträge widerlegt zudem entschieden den Vorwurf, die Wirksamkeit von TV-Werbung sei rückläufig. Im Gegenteil: Wir sehen über fünf Zeiträume hinweg eine extrem stabile Effektivität von Fernsehwerbung. Der höchste Wert wird sogar bei den aktuellen Kampagnen erzielt. Dies sollte nicht vorschnell als systematisch steigender Wirkungsbeitrag interpretiert werden, da jedem Zeitraum verschiedene Kampagnen zugrunde liegen und es von daher naturgemäß Schwankungen gibt. Die Ergebnisse des nächsten Zeitintervalls werden zeigen, ob es sich um einen stabilen Trend handelt.
Die Studie unterstreicht erneut, wie wichtig die Skalierbarkeit von Werbewirkung ist. Ein hoher ROI bei geringem Investment ist weniger wert als ein etwas kleinerer ROI bei deutlich höherem Mitteleinsatz. Denn erst durch die Skalierung in hohe Budgetklassen wird der ROI wirklich wertvoll. Und dies gelingt keinem anderen Medium so gut wie dem Fernsehen.
Key Message:
Das Fernsehen hat einen klaren und belegbaren Vorteil für die Werbetreibenden: Es liefert konsequent den höchsten Beitrag zum Umsatzzuwachs und ist und bleibt damit das stärkste Werbemedium für den Markenerfolg. Da TV auch bei hohen Investments positive ROI liefert, skaliert es den Profit am stärksten.
Der jährlich erscheinende Media Activity Guide bietet umfassende Einblicke in die Mediennutzung der Deutschen, einschließlich Bewegtbild, Print und Audio. Die aktuelle Ausgabe zeigt, dass Radio mit einer Reichweite von knapp 90 Prozent und einer Nutzungsdauer von 76 Minuten pro Tag das beliebteste Audiomedium bleibt. In der jüngeren Zielgruppe gibt es jedoch signifikante Veränderungen: Musikstreaming hat mit 89 Prozent Reichweite das Radio (79%) überholt.
Ein weiterer wichtiger Trend ist das Wachstum von Podcasts. Mittlerweile hört die Hälfte der Deutschen mindestens gelegentlich Podcasts, was eine Verdopplung im Vergleich zu vor drei Jahren darstellt. Die Nutzungsdauer von Podcasts hat sich auf etwa 10 Minuten pro Tag verdoppelt. In der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen konsumieren bereits 69 Prozent Podcasts, mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 13 Minuten täglich. Dies zeigt, dass Podcasts zunehmend auch ältere Altersgruppen ansprechen.
Die Analyse der Nutzerüberschneidungen zwischen Radio und Podcasts verstärkt diesen Trend: Die exklusive Nutzung von Radio sinkt, während der Anteil derjenigen, die ausschließlich Podcasts hören, ansteigt. In der jungen Zielgruppe sind es bereits 13 Prozent. Die größte Gruppe sind jedoch Nutzer, die beide Formate konsumieren, deren Anteil sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt hat.
Podcasts profitieren von ihrer Verfügbarkeit auf Streaming-Plattformen und ihrem breiten Angebot, das für individuelle Bedürfnisse zugeschnitten ist. Sie etablieren sich auch als relevante Werbeträger durch authentische Werbeformen wie Host Read Ads.
Key message: Radio bleibt das beliebteste Audiomedium in Deutschland, während Podcasts, besonders bei jüngeren Menschen, stark an Beliebtheit gewinnen. Die Überschneidungen zwischen Radio- und Podcastnutzung zeigen, dass immer mehr Menschen beide Formate konsumieren.
TV-Werbung wird oft kritisiert: Zuschauer seien abgelenkt, junge Menschen sähen kein Fernsehen mehr, und die Werbung sei ineffektiv und qualitativ schlechter geworden. Diese Vorurteile sind größtenteils widerlegt.
Eine Analyse unseres Spottests, der seit Jahren die Wirkung von Werbespots misst, zeigt: Die Werbeerinnerung (Awareness) bleibt stabil bei etwa 60 Prozent. Die Sympathie (Likebility) der Spots ist sogar von 40 Prozent (2003) auf 65 Prozent gestiegen, was auf kreativere und aufwendigere Produktionen zurückzuführen ist.
Verschiedene Gestaltungsmerkmale beeinflussen die Wirkungs-indikatoren unterschiedlich:
Awareness wird durch hochwertige Kreation, gute Story, bekannte Testimonials und frühe Produktpräsentation erzielt.
Sympathie steigt durch kreative Spots mit Story, Humor, schnelle Schnitte und längere Dauer.
Kaufinteresse wird durch Slogans und direkte Ansprache geweckt.
Key message:
TV-Spots haben in den letzten Jahren weder an Qualität noch an Wirksamkeit verloren. Ihre Awareness bleibt stabil hoch, während die Bewertung sogar signifikant gestiegen ist.
Der jährlich erscheinende Media Activity Guide bietet umfassende Informationen zur Mediennutzung in Deutschland, einschließlich einer Sonderanalyse zu Zielgruppenstrukturen. Die Nutzerstruktur wird durch ein demografisches Koordinatensystem dargestellt, das zeigt, welche Medien bestimmte Menschen ansprechen. Fernsehen, Radio und Print erreichen vor allem mittlere und gehobene Altersgruppen, die zunehmend kaufkräftig und für Wirtschaft sowie Gesellschaft bedeutend sind. TV bleibt das relevanteste Medium, während BVoD ein jüngeres Publikum anspricht und ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis aufweist. In der jüngeren Bevölkerung ist die Mediennutzung jedoch fragmentierter: Weibliche Nutzer bevorzugen eher Bücher, Podcasts und Social Media, während männliche Nutzer SVoD, Online-Aktivitäten, Musik und Gaming bevorzugen.
Die Entwicklung der Bewegtbildkanäle zeigt, dass YouTube, SVoD und TV ein älteres Publikum gewonnen haben, was auf eine loyale Nutzerschaft hinweist. Social Media bleibt dagegen konstant jung, da neue, videobasierte Angebote ältere Plattformen wie Facebook in der jungen Zielgruppe ersetzen. YouTube hat einen hohen männlichen Nutzungsanteil, während SVoD eine leicht männliche Tendenz aufweist. TV erreicht beide Geschlechter gleichermaßen gut. Mediatheken haben sich umpositioniert und stehen nun in der Mitte des Koordinatensystems. Vor sieben Jahren war die Nutzerschaft etwa zehn Jahre jünger und männlicher. Strukturell haben die Mediatheken den Platz von TV in der Mitte der Gesellschaft eingenommen.
Key Message: Die Mediennutzung in Deutschland zeigt eine klare Alterung der Nutzergruppen, insbesondere bei TV und Video-on-Demand. Mediatheken haben sich erfolgreich in der Mitte der Gesellschaft etabliert, während Social Media konstant jung bleibt.
Seit 10 Jahren erhebt die Seven.One Entertainment Group mit dem ViewTime Report kontinuierlich die Bewegtbildnutzung. Die Ergebnisse der Q4-Welle 2024 zeigen, dass sich der Bewegtbildmarkt nach sehr dynamischen Jahren konsolidiert. Die Reichweite von TV inkl. Mediatheken stabilisiert sich bei über 90 Prozent. Damit erreichen TV-Inhalte nach wie vor die meisten Menschen, wobei die Reichweite der Mediatheken gleichermaßen wächst wie die des linearen Fernsehens zurückgeht Alternative Videoangebote wie YouTube, SVoD und Social Media Video haben in den letzten 10 Jahren zunächst stark an Reichweite gewonnen, können jedoch aktuell nicht mehr wachsen. Was die Nutzungsdauern angeht, bleibt TV das wichtigste Bewegtbildmedium. Knapp zwei Drittel der gesamten Videonutzung entfällt auf Fernsehen inkl. BVoD. Bei 14-49-Jährigen ist es mit insgesamt 40 Prozent ebenfalls der höchste Anteil. Bei den unter-30-Jährigen ist die Bewegtbildnutzung deutlich fragmentierter. TV-Inhalte spielen mit 20 Prozent aber noch eine wichtige Rolle. Mediatheken haben in den letzten Jahren nicht nur an Reichweite gewonnen, sondern erreichen zunehmend auch alle relevanten Gruppen. Der weiteste Nutzerkreis ist in den betrachteten Altersgruppen mit rund 70 Prozent nahezu gleich groß. Der Anteil derer, die Mediatheken mindestens wöchentlich nutzen, ist kontinuierlich gestiegen und liegt inzwischen bei 40 Prozent. Auch der SVoD-Markt hat sich konsolidiert. Zuwächse in Reichweite und Nutzungsdauer von SVoD insgesamt sind aktuell nicht mehr zu beobachten. Bei den Anbietern zeigen sich leichte Verschiebungen. Netflix, vor wenigen Jahren noch marktbeherrschend, muss weiter Nutzungsanteile abgeben – aktuell vor allem an Amazon Prime Video. Disney+ zeigt nach erfolgreichem Launch und Wachstumsjahren Sättigungstendenzen.
Werbung wird bei Social Media kaum wahrgenommen. Laut der Studie „Into the Wild“, die Ausspielung, Wahrnehmung und Wirkung von Werbung im vollständig natürlichen Setting untersucht, sind Video Ads bei Instragram und TikTok nur rund 2 Sekunden sichtbar.
Bei YouTube liegt die Sichtbarkeit bei knapp 10 Sekunden, da dort nicht alle Ads skippable sind. Gibt es jedoch eine Skip-Funktion, wird diese überwiegend auch genutzt, weil Werbung auf YouTube als besonders störend empfunden wird.
TV- und BVoD-Werbung ist dagegen lange sichtbar, wird aufmerksam betrachtet und wirkt.
Junge Menschen haben eine stärkere Affinität zu Social-Media-Kanälen. Man könnte daher annehmen, dass auch die Werbewirkung davon profitiert. Tatsächlich zeigt sich, dass Werbekontakte bei Jüngeren flüchtiger ausfallen als in der älteren Zielgruppe. Werbung ist bei YouTube, Instagram und TikTok noch kürzer sichtbar, weil sie schneller aktiv vermieden wird. Damit einhergehend sinkt auch die durchschnittliche Betrachtungsdauer der Werbekontakte. Im Mittel schenken die Jüngeren einem Spot bei Instagram und TikTok noch gut 2 Sekunden Aufmerksamkeit. Bei YouTube sind es knapp 7 Sekunden. Das Zeitfenster, in dem relevante Informationen vermittelt werden können, ist also noch einmal kürzer als bei älteren Usern. Zum Teil können Jüngere diese flüchtige Wahrnehmung der Werbung kompensieren: Bei YouTube und Instagram werden etwa gleich viele Marken richtig erinnert. Bei TikTok sinkt die ohnehin sehr niedrige Werbeerinnerung bei den Jüngeren noch einmal. Nur noch 2 Prozent der gesehenen Marken werden korrekt erinnert.
Der Mental Market Share (MMS) zeigt, wie präsent ein Medium in den Köpfen der Nutzer ist, gemessen an der Breite der Bedarfssituationen, die es abdeckt. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen MMS und Nutzung: Medien mit einem hohen MMS, wie Radio, TV oder Social Media, werden häufiger genutzt, weil sie in vielen unterschiedlichen Kontexten präsent sind. Diese starke mentale Verankerung führt zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit der Nutzung im Alltag.
TV hat mit einem Mental Market Share von 10% eine starke Verankerung in vielen relevanten Bedarfssituationen. Es wird vor allem in Momenten genutzt, die Entspannung, Eskapismus und visuelle Unterhaltung erfordern. Typische Nutzungskontexte sind der Feierabend, gemeinsames Fernsehen mit Familie oder Freunden und das Verfolgen wichtiger Ereignisse.
TV erfüllt ein breites Spektrum an Bedürfnissen, indem es intensive Erlebnisse bietet, die den Alltag unterbrechen und Entspannung fördern. Trotz der Konkurrenz durch Streamingdienste bleibt TV in vielen und sehr unterschiedlichen Bedarfssituationen relevant.
Kreation ist unbestritten eine der wichtigsten Einflussgrößen für die Wirkung von Werbung. Doch ein Großteil der Werbemittel lässt die Rezipienten völlig kalt und löst bei ihnen keinerlei Emotionen aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von System1, ein globales Unternehmen für Marketingforschung, das weltweit bereits mehr als 100.000 Werbemittel getestet haben. Die Stärke der Emotionalisierung wird dabei über eine Bilderskala erhoben, die auf den sieben universellen Grundemotionen des Psychologen Paul Ekman basiert. Befragte müssen sagen, welche Emotionen sie in welcher Intensität erlebt haben, können aber auch angeben, wenn sie keine Emotionen empfunden haben.
Ergebnisse aus UK und den USA zeigen, dass die Befragten bei jedem zweiten getesteten TV-Spot, keine Emotion verspürt haben. Und das kommt Unternehmen teuer zu stehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse von Peter Field auf Basis von Daten aus der IPA effectiveness databank. Er vergleicht die Performance von Kampagnen, die entweder stark emotionalisieren oder rein rational Informationen kommunizieren. Seine Analysen zeigen, wie hoch der Excess Share of Voice (ESOV) für Kampagnen beider Gruppen sein muss, um vergleichbare Marktanteils- und Profit-Steigerungen zu erzielen.
Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass nüchterne Werbung durchaus funktionieren kann, aber der Share of Voice muss um ein Vielfaches höher über dem Marktanteil der Marke liegen als bei Kampagnen, die bei den Zuschauern Emotionen auslösen. Die Unternehmen müssen also sehr viel mehr Geld in die Hand nehmen, um mit einem entsprechend höheren Werbedruck das Defizit ihrer Kampagne zu kompensieren. Im Durchschnitt müssen Unternehmen in Großbritannien etwa 10 Millionen Pfund mehr für Medienausgaben aufwenden, um mit rein informativer Werbung die gleiche kommerzielle Wirkung wie mit emotionaler Werbung zu erzielen. In einzelnen Kategorien wie Einzelhandel und langlebige Konsumgüter können es laut Peter Field sogar bis zu 20 Millionen Pfund Mehrausgaben pro Jahr sein.
Wer nicht wirbt, verliert deutlich an Umsatz und Marktanteil. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie der Audiovermarkter ARD MEDIA und Radio Marketing Service (RMS). Nach dem Vorbild der internationalen Studie „When Brands Go Dark“, die Forscher des Ehrenberg Bass Instituts in den Jahren 2021 und 2023 vorlegten, untersucht die Studie „When Brands Go Silent“, was passiert, wenn Marken länger auf massenmediale Werbung verzichten. Dazu wird die Entwicklung von Umsatz und Marktanteil der Marken nach ihrem Ausstieg aus der Werbung betrachtet.
Die Ergebnisse bestätigen die internationalen Studien und zeigen sehr klar, dass Umsatz und Marktanteil von Marken kontinuierlich sinken, wenn sie auf Werbung verzichten. Bereits nach einem Jahr ohne Werbung sinkt der Umsatz im Durchschnitt um fünf, der Marktanteil um vier Prozent. Nach neun Jahren sind die Verluste dramatisch: Marken, die über einen so langen Zeitraum nicht werben, müssen davon ausgehen, mehr als die Hälfte ihres Umsatzes und Marktanteils zu verlieren. Eine Sonderanalyse verdeutlicht außerdem, dass die Verluste bei Marken, die vor ihrem Rückzug aus der Werbung Radio im Media-Mix genutzt haben, größer sind als bei Marken, die keine Radiowerbung eingesetzt haben. Dies unterstreicht die Wirkung von Radiowerbung auf Umsätze und Marktanteile.
Über diese Studie
Jahr 2024
Thema Werbewirkung
Auftraggeber ARD MEDIA und Radio Marketing Service (RMS)
Zahlreiche nationale und internationale Studien zeigen, dass Werbung im Fernsehen deutlich besser wirkt als etwa bei YouTube, Facebook oder Instagram. Dies haben auch wir mit unseren Gattungsstudien (Not all Reach is equal; Track the Success) nachgewiesen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des US-Kabelnetzbetreíbers Comcast, die die Wirkung von Mono- oder Mix-Werbekontakten auf digitalen Kanälen (YouTube-PreRolls und Facebook-InFeed) und im Fernsehumfeld (TV und BVoD) untersucht. Die Teilnehmer nutzten die jeweiligen Kanäle, auf denen gezielt Werbung ausgespielt wurde. Die Studie erlaubt Analysen auf der Ebene von Einzel- und Doppelkontakten. Bei der ungestützten Werbeerinnerung zeigt sich die deutliche Überlegenheit von TV- gegenüber Digitalkontakten. Nach nur einem TV-Kontakt können sich bereits 26 Prozent der Teilnehmer an die Werbung erinnern. Nach einem Digitalkontakt sind es lediglich 11 Prozent. Selbst zwei Digitalkontakte erzielen mit 20 Prozent eine geringere Wirkung als nur ein TV-Kontakt. Nach einem Doppelkontakt mit Fernsehwerbung beträgt die spontane Werbeerinnerung sogar 44 Prozent. Bei der Kaufabsicht zeigen sich ebenfalls Unterschiede zwischen den Kanälen. Während nach zwei Digitalkontakten nur jeder Dritte Kaufinteresse angibt, sind es nach zwei TV-Kontakten 44 Prozent, Mixkontakte (TV und Digital) liegen dazwischen. Die Studie liefert auch Erklärungen für die stärkere Wirkung von TV-Werbung. Zum einen ist die Aufmerksamkeit für Werbung im TV-Umfeld deutlich höher: Gut 70 Prozent eines Spots werden im Schnitt tatsächlich betrachtet, bei digitalen Kanälen sind es nur 30 Prozent. Zudem zeigen sich Unterschiede in der Wahrnehmung der Werbung. TV-Spots werden als unterhaltsamer, involvierender, informativer und hochwertiger wahrgenommen und gefallen besser.